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Fülle
Silke Miche und Lilla von Puttkamer
Malerei, Zeichnung und Objekte

14. Januar bis 25. Februar 2017

Für den 13. Januar, 19 Uhr lädt die Galerie Bernau herzlich zum Start in ihr neues Ausstellungsjahr mit der Eröffnung ihrer neuen Ausstellung „Fülle“ mit Malerei, Zeichnung und Objekten der Künstlerinnen Silke Miche und Lilla von Puttkamer ein. Einführende Worte spricht die Kunsthistorikerin und Kuratorin der Ausstellung Dr. Janina Dahlmanns. Musikalisch bietet Gert Anklam mit seinem Saxophone einen Vorgeschmack auf das Konzert „Klangerfüllt. Liquid Soul – Musik aus Luft und Wasser“ am Samstag, 4. Februar, 19 Uhr in der Galerie Bernau.
„Fülle“ — dieses Motto bestimmt die künstlerische Arbeit der beiden Künstlerinnen Silke Miche (*1970) und Lilla von Puttkamer (*1973). 
Beide Künstlerinnen beschäftigen sich auf unterschiedliche, jeweils eigene Art und Weise mit dem Thema der Vielfalt und Variation von Formen. Aus der alltäglichen Umgebung werden Motive, Ausschnitte oder Momentaufnahmen aufgenommen, ein zufälliger Blick fällt auf eine reizvolle Form. Diese wird im Bild vervielfältigt, Szenen und Ausschnitte bildnerisch bearbeitet. Alltagsgegenstände und menschliche Figuren werden im Kunstwerk zu einer reichen Fülle von Formen und Farben. Es entstehen ästhetische Reihungen und eigene Strukturen, die im Kunstwerk ein Eigenleben entwickeln. Rhythmen, Wiederholungen, farbliche Akkorde werden in ihrer „Fülle“ sichtbar gemacht.

Die künstlerische Umsetzung eröffnet neue Räume, die sich von der gesehenen Wirklichkeit lösen. Im Kunstwerk strahlen die Formen eine eigene Sinnlichkeit aus. Auch die Leere, die Beziehungen von Figur und Raum, werden thematisiert.

In der Arbeit von Silke Miche finden sich Menschenmassen an der Grenze zwischen Abstraktion und Figuration. Menschen werden weniger als Einzelpersonen dargestellt, sondern die Gruppe wird als Phänomen betrachtet, welche einer eigenen Choreografie folgt. Stets geht sie dabei von visuellen Eindrücken aus, die durch die Mittel der Kunst zu etwas Neuem geformt werden. In ihren jüngsten Arbeiten kommen vegetabile Formen hinzu, die Licht und Schatten erzeugen, also eigentlich körperlose Elemente in einen spannungsvollen Bezug zu den Figuren bringen.

Lilla von Puttkamer hingegen entwickelt ihre Bildwelten aus der abstrakten Idee. Personen und Gegenstände werden zeichenhaft erfasst, miteinander addiert und aufgereiht. Durch ein nicht-hierarchisches Prinzip wird Gleich neben Gleich gestellt und erzeugt somit eine künstlerische Grundstruktur. Eigene Räumlichkeit entsteht und die Wahrnehmung des Betrachters wird animiert, die Idee aufzugreifen und weiterzuentwickeln. Die Ästhetik der Reihung wird betont, ebenso wie die immer stärkere Reduktion der Bildzeichen die Entwicklung ihres gestalterischen Denkens aufzeigen. Die Fülle des Raums und der Leere werden mit großer Präsenz dargestellt. Zuletzt sind einzelne Bildmotive gar aus der Begrenzung der Malfläche spielerisch herausgewandert.

Die Ausstellung „Fülle“ zeigt eine Zusammenstellung von Gemälden, Zeichnungen und Objekten der beiden Künstlerinnen. Es entsteht ein Dialog zweier Stile, die sich auf jeweils eigenem Weg der Vielfalt der Formen und der gestalterischen und inhaltlichen Bildebenen annähern. Ihre Gemeinsamkeiten werden sinnlich erfahrbar.
Bis zum 25. Februar ist die Ausstellung dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr und samstags 10 bis 16 Uhr in der Galerie Bernau zu sehen.

Veranstaltungen:

  • Samstag, 21. Januar, 19 Uhr: Konzert im Dunkeln (mit sehenden und nicht-sehenden Musiker*innen)
  • Samstag, 4. Februar, 19 Uhr: „Klangerfüllt. Liquid Soul – Musik aus Luft und Wasser“ mit Gert Anklam und Beate Gatscha
  • Samstag, 18. Februar, 11 Uhr: Kinderkunstführung: Workshop: „Schneiden, kleben, stempeln – mit Moosgummi drucken“ mit Silke Miche für Kinder ab 6 Jahren
  • Samstag, 25. Februar, 19 Uhr; Finissage: Künstlergespräch mit Silke Miche und Lilla von Puttkamer, Lyrik-Lesung mit Ron Winkler