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Peter Köppen
Malerei

11. März bis 22. April 2017

Zur zweiten Eröffnung im neuen Ausstellungsjahr lädt die Galerie Bernau für Freitag, 10. März, 19 Uhr herzlich ein. Gezeigt werden Stillleben, Landschaften und Architekturansichten von Peter Köppen. Einführende Worte spricht die Leiterin der BrotfabrikGalerie und Kuratorin der Ausstellung Petra Schröck. Musikalisch verzaubert Jaspar Libuda mit Kompositionen am Kontrabass.

Stillleben sind neben Landschaften und Architekturansichten das zentrale Thema der Malerei von Peter Köppen. Als Maler ist er Autodidakt. Die Konzentration auf das Stilllebenhafte und die Gegenständlichkeit ist immer Ausdruck für eine intensive Verarbeitung des Lebensumfeldes. Indem er sich mit verschiedenen Gebrauchsgegenständen und ihrer Nützlichkeit befasst, arbeitet er in gewisser Weise gegen das Vergessen. So zeugen die von Menschen für den täglichen Gebrauch verfertigten Dinge, Geräte und Werkzeuge, in deren Proportionen sich einmal die Eignung für die menschliche Hand widerspiegelt, zum anderen die Bezogenheit auf menschliche Bedürfnisse wie Trinken, Essen, Spielen von genauester Beobachtung und bewahrender Darstellung. Die Werkzeuge im „Polygrafiestillleben mit Nachschneidewerkzeug“ verweisen auf seine Lehre als Graveur an Druckformen in einer Berliner Druckerei und auf sein Studium des Polygrafischen Maschinenbaus. In anderen Bildern zeigt er das Handwerkzeug verschiedener Berufsgruppen, zu denen er eine Beziehung hat wie „Schuhmacherstillleben mit Lederspaltmaschine“ oder „Tischlerstillleben“ oder Gefäße des täglichen Gebrauchs wie Kannen, Schalen, Teekessel in „Tee“, Krüge, Butterformen, Schüsseln in „Milch“. In einer Poetik der unscheinbaren Objekte werden sie gesammelt ins Bild gerückt, alle Dinge sind in einer sparsamen und strengen Bildkomposition mit großer Sorgfalt angeordnet und ausgeführt. Ihn reizt die Ästhetik der Gebrauchsgegenstände und ihre Geschichte. So gibt er den kleinen, häufig vernachlässigten Dingen ihre Würde und ihren Wert zurück, die sie einst hatten, als sie noch für ein ganzes Menschenleben erworben und gepflegt wurden. In diesen Anordnungen ist oft ein rätselhaftes Objekt eingeschmuggelt, quasi ein surreales Geheimnis als Referenz an die Magie der Welt der toten Dinge.

Peter Köppen, der seit 1979 das Malen ganz und nicht nur in seiner Freizeit „als größtes Vergnügen“ empfindet, kam über die Bewunderung und das Kopieren der Bilder von Albert Ebert zur Malerei. So bleibt eine gewisse Wahlverwandtschaft spürbar zum einstigen Heizer der Hallenser Kunsthochschule Burg Giebichenstein und naiven Maler, der Frauenakte, Stillleben und Alltagsszenen auf ganz einzigartige Weise in feierlichen altmeisterlichen Farben festhielt. Farblich bleibt Peter Köppen zurückhaltend neutral und eher naturalistisch, versteht es aber den Gegenständen seiner Zuwendung die Patina einer verloren gegangenen Zeit und eine stille zeitlose Schönheit zu verleihen. So bleiben sie dem Betrachter als sinnliche Erfahrung in bleibender Erinnerung.

Die Ausstellung ist bis zum 22. April dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr und samstags 10 bis 16 Uhr in der Galerie Bernau zu sehen.

Veranstaltungen:

  • Samstag, 1. April, 15 Uhr: Kuratorenführung „Nature Morte“ mit Petra Schröck
  • Samstag, 8. April, 11 Uhr: Kinder-Workshop mit Peter Köppen für Kinder ab 6 Jahren
  • Samstag, 22. April, 19 Uhr; Finissage: „Mihi ipsi scripsi“ Lesung mit Willi van Hengel, Kurzprosa und Wunderblöcke