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AMERIKA AMERIKA - Gesichter aus Amerika und USA Triologie
Ursula Kelm

Fotografie

12. August bis 23. September 2017

Die Einzelausstellung "AMERIKA AMERIKA - Gesichter aus Amerika und USA Triologie" präsentiert erstmals mehrere Werkgruppen von Ursula Kelm, die sich auf unterschiedliche fotografische Weise dem Alltag und dem Mythos Amerika annähern. Die Ausstellung eröffnet am Freitag, 11. August 2017 um 19 Uhr in der GALERIE BERNAU. Die Künstlerin ist zur Eröffnung anwesend.

Ihre 2010 bis 2014 entstandenen Gesichter aus Amerika spiegeln eindrucksvoll Zufallsmomente von Begegnungen mit Menschen, die die Fotografin auf ihren Reisen durch Amerika gemacht hat. Die Schwarzweiß-Aufnahmen zeichnen wie beiläufig Porträts von ganz individuellen Persönlichkeiten an ihrem Arbeitsplatz, bei der Graduierten-Feier einer High School in Arkansas, in einem Diner am Ground Zero oder am Memorial Day in Tulsa/Oklahoma. Dabei hat die Berliner Fotografin „keine Extreme und nichts Schrilles gesucht“, sie interessiert sich mehr für die Haltungen der Menschen, die sie bei bestimmten Anlässen einnehmen und ihre natürliche ungekünstelte Würde. Stets begegnet die Fotografin ihrem Gegenüber in dessen vertrauter Umgebung, spürt dem jeweils Besonderen in ihrem Alltag nach, sei es beim farbigen Wachpersonal im New Yorker MoMA PS1 oder den beiden Metzgern auf einer Laderampe im Meat District von Manhattan. Ursula Kelm lässt jedem Porträtierten genügend Spielraum und Ruhe zur eigenen Entfaltung und vermeidet dabei modische Posen und exaltierte Gesten. Neben diesem einfühlsamen Blick auf einzelne Menschen zeigt sie in der USA-Trilogie großformatige farbige Fotomontage-Ansichten des nächtlichen Times Square, in der Serie Shelter stereotype Einfamilienhäuser am Rande amerikanischer Städte und wagt sich mit dem Fotohandy in das Innere der amerikanischen Casinos. Ihre Casino-Serie vermittelt einen Einblick auf die Kulissen und die Stimmung der häufig von Indianern betriebenen Glücksspielerparadiese. Es sind bestechende, niemals inszenierte Bilder, die sich im medialen Bilderwahnsinn unprätentiös behaupten und gleichzeitig von einem Land erzählen, das sich in einem unvorhersehbaren gesellschaftlichen Wandel befindet.

Ursula Kelm, 1942 in Berlin geboren, Ausbildung in der Werkstatt für Photographie Berlin Kreuzberg, internationale Studienreisen u.a. in die USA, Australien und die Türkei, seit 1985 Lehrbeauftragte für Fotografie in Berlin, internationale Gastdozenturen, Ausstellungen in Europa (einschl. Baltikum und UdSSR), Australien und den USA, Ankäufe für öffentliche Sammlungen in Museen europaweit, Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler, Berufenes Mitglied Deutsche Fotografische Akademie. Namhafte Stipendien, Kunstpreise und Förderungen aus dem In- und Ausland.