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Almyra Weigel & Ute Wennrich - Unter der Kuppel des Windes

6. juni —31 juli 2020

(c) Almyra Weigel, Jürgen Thorwald, Das Ende an der Elbe, 2017. Installation

Zur Menschheitsgeschichte scheint es zu gehören Macht, Einfluss und Ausbeutung von Ressourcen in Kämpfen und Kriegen auszutragen. Die damit verbundene Unterdrückung und der Hass erzeugen Gegenwehr. Auf der anderen Seite versucht der Mensch von alters her, diesen Kreislauf immer wieder zu durchbrechen. Religionen, Philosophien und Ethik stellen häufig den Versuch dar, ein Gegenbild zu schaffen, um ein friedfertiges und friedliches Zusammenleben zu ermöglich.

In der Ausstellung Unter der Kuppel des Windes, im Rahmen des Jahresprogramms „Die Kunst des Friedens“ der GALERIE BERNAU, treten die Arbeiten der Künstlerinnen ALMYRA WEIGEL und UTE WENNRICH in einen poetischen Dialog und stellen zugleich die Spannungsfelder dar, in denen sich das menschliche Dasein abspielt.

Die Künstlerin Almyra Weigel beschäftigt sich in ihren Arbeiten mit dem in Medien vermittelten Bild kriegerischer Auseinandersetzungen und traumatischer Erlebnisse, die Kriege seit 1939 in Deutschland und weltweit ausgelöst haben und immer noch auslösen. Bücher und Zeitungen sind das Ausgangsmaterial für ihre raumfüllenden Installationen. Ihre Erfahrungen aus der geografischen Eingliederung Litauens in die damalige Sowjetunion als Folge des 2. Weltkrieges spiegeln sich ebenfalls in den gezeigten Arbeiten. In dieser Ausstellung zeigt die Künstlerin zwei Installationen aus den Büchern Jürgen Thorwalds „Es begann an der Weichsel“ und „Das Ende an der Elbe“.

Die Künstlerin Ute Wennrich schafft in der Ausstellung Unter der Kuppel des Windes mit ihren Fahnenobjekten Gegenbilder zu kriegerischen Auseinandersetzungen. Darin kommen das Vorläufige und das Bewusstsein von Endlichkeit zum Ausdruck. In ihren Arbeiten spannt Sie ein Netz eigener Beziehungsstrukturen und besetzt Übergangsbereiche vom Anorganischen ins Organische, vom Geometrischen ins Amorphe. Die dafür verwendeten weichen Materialien, wie Stoff und Faden, verwoben mit harten, zerbrechlichen Glasperlen zeugen von der Gefährdung menschlichen Daseins.

Almyra Weigel (geb. 1964, Litauen) lebt und arbeitet in Berlin. Sie wuchs in Kaunas in der baltischen Republik Litauen auf. Sie absolvierte eine „Form und Gestaltungslehre“ an der Berufskunstschule „Stepas Žukas“ in Kaunas und studierte an der Kunstakademie Vilnius in Litauen. Seit 2002 hat sie einen Lehrauftrag für Textile Kunst an der Kunst-akademie Vilnius in Litauen. Ihre Arbeiten wurden in Einzelausstellungen an folgenden Orten gezeigt: Konrad- Adenauer-Stiftung in Riga (Lettland), Samm-lung Aichhorn in Salzburg (Österreich), Kunstlicht Kunstfestival in Velten und in der Villa Kult in Berlin, sowie in Gruppenausstellungen in der Pest Vigadó Gallery in Budapest (Ungarn), Inselgalerie in Berlin, Galerie im Saalbau in Berlin, Galerie im Körnerpark in Berlin, im Dabuniana Meuelensteen Art Museum in Bratislava (Slowakei), im Casa de la Culturala in Granada (Spanien) gezeigt. Sie nahm außerdem an der 6. Riga International Triennale in Riga (Lettland) teil und sie wurde mehrmals mit dem Arbeitsstipendium des Litauischen Kulturministerium und mit dem 3. Preis in der 2. Internationale Triennale der Textilkunst in Szombathely (Ungarn) ausgezeichnet.

Ute Wennrich (geb. 1951, Deutschland) lebt und arbeitet in Berlin. Sie wuchs in Augsburg auf und absolvierte 1978 ein Innenarchitektur- und Architekturstudium an der Hochschule der Künste in Berlin. Ihre Arbeiten wurden in der Galerie GEDOK in Berlin, der Inselgalerie in Berlin, im Verein Berliner Künstler in Berlin, KunstraumKo in Berlin und in der Galerie ARKA in Vilnius (Litauen) ausgestellt. Sie beteiligte sich an der 11. Internationalen Ausstellung Glasplastik und Garten in Münster und der 6. Riga International Triennale in Riga (Lettland). Ute Wennrich wurde als Artist in Residence nach Lauscha (Deutschland) eingeladen.

Ausstellungstext (de) Ein Rundgang durch die Ausstellung von Sabina Mlodzianowski

Podcast Almyra Weigel im Gespräch

Podcast Ute Wennrich im Gespräch

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Ausstellungsansichten Almyra Weigel & Ute Wennrich, Unter der Kuppel des Windes, Galerie Bernau, 2020. Fotos: Mechtild Rieffel / Michael Winkler.

Die Kunst des Friedens

Der 8. Mai 1945 markiert das Ende des Zweiten Weltkriegs in Europa. Der Tag der Befreiung jährt sich 2020 zum 75. Mal und erinnert an die tiefe Zäsur von 1945, den Neuanfang und die doppelte Befreiung von Krieg und Nationalsozialismus. Anhand einer jährlichen thematisch festgelegten Ausschreibung werden die Ausstellungsprojekte durch eine Fachjury ausgewählt und in Zusammenarbeit mit der Galerie umgesetzt. In Anlehnung an das Themenjahr Krieg und Frieden des Kulturlands Brandenburg widmet die GALERIE BERNAU ihr Programm 2020 “Die Kunst des Friedens” und nähert sich den Fragen: Wie kann Frieden langfristig umgesetzt werden? Wie kann Frieden aktiv gestaltet werden? Welche Rolle kann die Kunst dabei spielen?