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Aktuelle Veranstaltungen

Im Rahmen der Ausstellung "Volksbedarf statt Luxusbedarf - Bernau und sein Bauhaus", die bis zum 5. April 2019 in der Galerie zu sehen ist, findet ein umfangreiches Begleitprogramm mit Fachvorträgen, Interventionen im Stadtraum und Lecture Performances in der Galerie und im Kunstraum Innenstadt statt!

Fr, 22. Februar 2019 | 19 Uhr | GALERIE BERNAU
Die ADGB-Bundesschule in Bernau: Planungsgeschichte, Architekturgestaltung und baukulturelle Bedeutung des Werkes von Hannes Meyer und Hans Wittwer
Prof. Dr. Simone Hain, Architektur- und Planungshistorikerin

Sa, 23. Februar 2019 | 16 Uhr | GALERIE BERNAU
Gewerkschaftsschule Bernau 1947 – 1989 / Zeitzeugen erzählen
Filmvorführung und Gespräch mit Regisseurin Elefteriya Yuanidis
In ihrem dritten Film zur Gewerkschaftsschule Bernau lässt die Regisseurin Elefteriya Yuanidis Zeitzeug*innen zu Wort kommen, die zwischen 1947 und 1989 an der Schule studiert oder gearbeitet haben. Sie berichten von ihrem Lebensalltag, Lehrinhalten und versetzen sich und den Betrachter zurück in die Zeit der FDGB-Gewerkschaftshochschule.
Im Anschluss an die Filmvorführung sind alle Besucher*innen dazu eingeladen am Gespräch mit der Regisseurin teilzunehmen und sich über ihre Erfahrungen und Erinnerungen auszutauschen.
Elefteria Yuanidis ist freischaffende Autorin und Filmemacherin.

Do, 7. März 2019 | 19 Uhr | GALERIE BERNAU
Das Schicksal der ADGB-Bundesschule im Dritten Reich
Prof. Wolfgang Benz, Historiker, ehemaliger Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung der TU Berlin
Dieser Abend widmet sich dem Schicksal der ADGB-Bundesschule im Dritten Reich. Zwischen 1933 und 1945 wurde die Bundesschule von der NSDAP als Reichsführerschule, SD-Schule und vom Reichssicherheitshauptamt (RSHA) genutzt. Die Schule kann als die wichtigste nationalsozialistische Schulungsanstalt in den Anfangsjahren der Diktatur bezeichnet werden.
Dort wurden einflussreiche NS-Funktionäre geschult, die Ideologie des Nationalsozialismus gelehrt und für den Überfall auf Polen trainiert, der den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs  auslöste. Wolfgang Benz wird in seinem Vortrag Schlüsselpunkte dieser Zeit erläutern.

Fr, 15. März 2019 | 19 Uhr | GALERIE BERNAU
Der Meistergedanke - Eine Lecture Performance zur Rolle der Mazdaznan-Lehre in den ersten Jahren des Bauhauses
Francis Kamprath, Künstler
In einer Lecture Performance gibt  Francis Kamprath Einblick in die Lehre der Mazdaznan. Diese um 1900 in den USA gegründete Mischreligion setzt sich aus zarathustrischen, christlichen und auch hinduistischen Elementen zusammen. Im Kern des Vortrages wird der Frage nachgespürt, wie prägend der Einfluss der Lebenskunde in den ersten Jahren des Weimarer Bauhauses war. Denn Johannes Itten hatte als Leiter der Bauhaus-Vorkurse zunächst freie Hand in seiner Lehre. Als begeisterter Anhänger der Mazdaznan band er die Methodiken wie z.B. vegetarische Ernährung, Meditation, Leibesertüchtigung und Gesang in seine Lehre mit ein.
In heutiger Lektüre zum historischen Bauhaus spielen die Mazdaznan allerdings kaum eine Rolle.
In dieser Gegenerzählung werden unter Einbezug zahlreicher Originalquellen aus dem frühen 20. Jahrhundert die zugrundeliegenden Ideologien kritisch betrachtet, aber auch einige konkrete Praktiken aufgezeigt und in der Gruppe erprobt.

Do, 21. März 2019 | 19 Uhr | Kunstraum Innenstadt
Die Erweiterungsbauten der Bernauer Gewerkschaftsschule aus den sechziger bis achtziger Jahren
Dr. Ulrich Hartung, Architekturhistoriker
Ein Vierteljahrhundert ist nach der Herstellung der Deutschen Einheit vergangen, doch noch immer gelten die DDR-Bauten als Produkte eines kaum vergangenen Gewaltsystems. Speziell ihre späten baulichen Zeugnisse stehen im toten Winkel der Betrachtung.
Das gilt auch für die frühere Gewerkschaftsschule des FDGB in Bernau: Während der Ursprungsbau sorgfältig restauriert und die erste Erweiterung aus der Zeit um 1950 rücksichtsvoll behandelt wurde, blieben die jüngeren Ergänzungen pragmatisch in Nutzung, wurden überformt oder, wie das Gaststättengebäude gegenüber dem Meyer-Wittwer-Bau, abgerissen.
Dabei treten die unter Leitung des Frankfurter Architekten Hans Albeshausen ab 1976 entstandenen Gebäude mit Form und Gliederung in einen dezenten Bezug zu dem wertgeschätzten Altbestand; das Montage-Prinzip zeigt sich an Unterkunfts- und Wohnbauten wie auch am Heizwerk in individueller Ausprägung. Diese Werte werden in ersten Forschungsergebnissen vorgestellt; es schließen sich Überlegungen zu ihrer Erhaltung in der weiteren Zukunft an.

Sa, 30. März 2019 | 14 Uhr | GALERIE BERNAU
Die Farben um mich herum - ein Spaziergang durch Bernau
Andreas von Ow, Künstler, Malermeister und Farbexperte
Andreas von Ow wird mit Interessierten durch Bernaus Stadtraum streifen und Unterhaltungen zu Farbwahrnehmung, -gebung und -gestaltung der Umgebung anregen.
Beim Wandeln durch die Straßen wird das Umfeld und seine Farbpalette genauer betrachtet: Wie nehmen wir Farbe wahr? Wie wichtig ist sie für uns? Wie treffen wir Farbentscheidungen? Welche uns prägenden historischen, geographischen und kulturellen Hintergründe gibt es? An markanten Stationen werden die Fragen in Kurzvorträgen und Gesprächen hervorgehoben. Die Ideen des Bauhauses und dem, was darauf folgte, werden ebenso Teil der gemeinsamen Überlegungen wie die Erfahrungen und das Wissen der Teilnehmer*innen.

Fr, 5. April 2019 | 19 Uhr | GALERIEB BERNAU
Die Sanierung der ehemaligen ADGB Bundesschule in Bernau (2001-2009)
Winfried Brenne, Architekt
Die ehemalige Bundesschule des ADGB von 1928/30 von Hannes Meyer und Hans Wittwer gilt als eine der Ikonen der klassischen Moderne. Die Übernahme der Schule durch die Handwerkskammer Berlin 2001 sicherte die Kontinuität der ursprünglichen Nutzung als Internat. Die denkmalgerechte Instandsetzung wurde in den Jahren 2002-07 durch das Berliner Büro BRENNE ARCHITEKTEN zusammen mit Franz Jaschke durchgeführt. Seit 2017 ist es UNESCO Weltkulturerbe.
Zur Wiedergewinnung des Erscheinungsbildes von 1930 wurden überformte Bauteile freigelegt. Teilweise erst im Bauprozess wiederentdeckte Oberflächen wurden repariert bzw. restauriert. Verlorengegangene Bauteile wurden rekonstruiert und konnten den aktuellen Anforderungen des Wärme- und Schallschutzes und des Raumklimas weitestgehend angepasst werden.
Unter Einbeziehung von Zeitspuren aus der Nutzungsphase der DDR, dem Einsatz neuer Techniken und Baustoffe mit eigener Gestaltkraft gelang es, die besonderen Qualitäten des Baudenkmals hervorzuheben. Gleichzeitig kann es wieder als modernes Bildungszentrum genutzt werden.