„Wir leben in unruhigen Zeiten.“ Wohl einer der am häufigsten gesagten Sätze unserer Gegenwart. Aber waren die Zeiten nicht immer irgendwo und irgendwie unruhig? Fest steht: vieles befindet sich im Wandel. Das Vertrauen in die Demokratie und ihre Organe geht zunehmend verloren, fest eingeprägte Werte werden ganz plötzlich über Bord geworfen, viele spüren eine allgemeine Verunsicherung, Ängste und Bedrohung. Die Gründe sind vielschichtig, Kriege militärischer und wirtschaftlicher Art und ständig neue Nachrichten über unberechenbare Machthaber beherrschen die Medien, gleichzeitig ändert sich unser alltägliches Leben durch die rasante Entwicklung Künstlicher Intelligenz.
Wir möchten diese Entwicklungen in der Galerie im Jahr 2026 aus künstlerischen Blickwinkeln verarbeiten und versuchen, Umgänge damit finden. Unter dem Motto (UM)BRÜCHE luden wir Kunstschaffende aus Berlin und Brandenburg ein, daran teilzunehmen und ihre Perspektiven einzubringen. Auch Bernau ist von Umbrüchen geprägt. Sichtbar sind sie in der Architektur, weniger sichtbar in zahlreichen Biographien. Der Umbruch von 1989 ist sicherlich der größte in der jüngeren Geschichte. Die Stadt ist geprägt von Veränderungen und wirbt heute mit dem Slogan „Tradition trifft Moderne“. Wo sind die Spuren dieser Umbrüche, wie wurden sie verarbeitet?
Brüche können heilen und Scherben bringen sprichwörtlich Glück. Künstlerisch sind diesem Thema kaum Grenzen gesetzt, es erwarten uns Auseinandersetzungen aus verschieden Sparten der Bildenden Kunst. Wie können wir aktuelle Umbrüche kreativ nutzen? Wie können wir bewusst damit umgehen, nicht in Schockstarre verfallen, sondern ins Handeln geraten? Oft stoßen wir an Kanten, manchmal haben Dinge auch Sollbruchstellen und ein bewusstes Brechen kann gesund sein. Wir möchten in unseren fünf Ausstellungsprojekten und begleitenden Veranstaltungen den Zeitgeist aufnehmen, Umbrüchen Raum geben, unzählige Geschichten hören, diskutieren und hoffentlich inspirieren und ein wenig zu einem heilsamen Umgang mit Umbrüchen beitragen, sowohl individuell als auch gesellschaftlich.
Das Jahresmotto sowie die Jurymitglieder (unten genannt) wurden in der „AG Jahresthema“ zusammen mit dem Kulturamtsleiter der Stadt sowie der Vorsitzenden des Kulturausschusses gewählt.
75 Künstler*innen aus Brandenburg und Berlin bewarben sich um einen Platz im Jahresprogramm 2026 der Galerie Bernau. Aus den Einsendungen wählte eine unabhängige Fachjury, bestehend aus Monika Basquet (Psychotherapeutin), Sabine Mierecke (Künstlerin), Antje Scharfe (Künstlerin), Friedemann Seeger (Stadtplaner), und Rebecca Stoll und Stephan Schmidt (Team Galerie Bernau) am 19. August 2025 die Ausstellungen für das Jahr 2026 aus.
In fünf Ausstellungen wird das Thema (UM)BRÜCHE aufgegriffen: Die Künstlerinnen setzen es in verschiedenen Formen und Medien um. Es geht um die Prägung der Landschaft, um Materialien, um persönliche Geschichten geprägt von Umbrüchen und um die Architektur und die Menschen der Stadt. Die Bernauer*innen sollen dabei viel zu entdecken haben und auch wieder partizipativ eingebunden werden.
Übersicht der Ausstellungen für 2026
1) Marei Loellmann
07. Februar bis 28. März 2026
Eröffnung: Freitag, 7. Februar 2026
Begleitveranstaltung: Samstag, 28. März 2026
2) Karø Goldt & Irina Novarese
11. April bis 23. Mai 2026
Eröffnung: Freitag, 10. April 2026
Begleitveranstaltung: Samstag, 23. Mai 2026
3) Lisa Glauer & Sabine Schneider
06. Juni bis 25. Juli 2026
Eröffnung: 05. Juni 2026
Begleitveranstaltung: 25. Juli 2026
4) Maria Koch & Helga Torres
15. August bis 03. Oktober 2026
Eröffnung: Freitag, 14. August 2026
Begleitveranstaltung: 03. Oktober 2026
5) Gudrun Sailer
17. Oktober bis 12. Dezember 2026
Eröffnung: Freitag, 16. Oktober 2026
Begleitveranstaltung: Samstag, 12. Dezember 2026
