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Ausschreibung der Galerie Bernau

2019 findet das 100-jährige Gründungsjubiläum des Bauhauses statt. Die GALERIE BERNAU widmet der einflussreichen Bildungsstätte ihr Jahresprogramm und möchte im Rahmen von bauhaus100 historische Zeugnisse ebenso neu entdecken wie die Bedeutung des Bauhauses für die Gegenwart und Zukunft. Künstler*innen mit Wohnsitz in Deutschland sind aufgerufen, sich für eine Einzel- oder Gruppenausstellung im Jahr 2019 in der GALERIE BERNAU zu bewerben!

Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau bei Berlin, die im Juli 2017 in die UNESCO Welterbeliste aufgenommen wurde. 1928-1930 von Hannes Meyer (Direktor des Bauhauses) und Hans Wittwer (Meister der Bauabteilung, Leiter des Baubüros am Bauhaus) sowie von Studierenden und Werkstätten des Dessauer Bauhauses auf einer Kiefernlichtung mit einem kleinen See realisiert, entwickelten die Architekten eine Anlage, in der Schulbetrieb, Wohnalltag und Erholung ebenso reibungslos wie selbstverständlich möglich waren.

Als Nachfolger von Gropius berufen, verstärkte sich unter der Leitung von Hannes Meyer ab 1928 der soziale Anspruch des Bauhauses: »Volksbedarf statt Luxusbedarf«. Meyer vertrat den Standpunkt, dass das Bauhaus von seiner Idee abgekommen sei, »für das Volk« zu gestalten und reformierte grundlegend die Lehre. Interdisziplinarität und Kollektivität standen im Mittelpunkt der Vision des Marxisten und Lebensreformers Meyer. In seinem Architekturunterricht vermittelte er das Bauen als einen »elementaren Prozess«, der biologische, geistige, seelische und körperliche Bedürfnisse berücksichtigte und dadurch »Leben« ermöglichte. Die Bedürfnisse des Einzelnen und die der Gemeinschaft sollten durch Architektur zum gemeinkräftigen Ausgleich gebracht werden. Ein herausragendes Beispiel für dieses ganzheitliche »Bauhausdenken« ist die ADGB Bundesschule.

Künstler*Innen, die ihre Arbeitsweisen auf Grundgedanken und Formsprache der Lehre am Bauhaus zurückführen werden genauso aufgerufen sich zu bewerben wie Künstler*innen, die partizipative, theoretische, visionäre und/oder kritische Stellungnahmen und Projektideen einreichen möchten, in denen sie sich mit Relevanz und Aktualität des Bauhauses auseinandersetzen. Ein Bezug zur ADGB Bundesschule ist wünschenswert, jedoch keine Bedingung.

Call for submissions by GALERIE BERNAU

2019 will mark the 100th anniversary of the Bauhaus. GALERIE BERNAU is dedicating its annual programme to the influential educational institution and, within the context of bauhaus100, wants to rediscover historical documents as well as Bauhaus’s meaning for the present and the future. Artists based in Germany can apply for a 2019 solo or group exhibition at GALERIE BERNAU within the framework of the bauhaus100 open call until Friday, May 25, 2018.

A particular focus will be placed on the Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) in Bernau by Berlin, which has been added to the World Heritage List of the UNESCO in July 2017. Together with students and workshops of the Dessau Bauhaus, it was realised on a pine forest clearing with a lake from 1928 to 1930 by Hannes Meyer (director of the Bauhaus) and Hans Wittwer (master of the construction department and head of the site office at Bauhaus). The architects developed a facility in which school operation, daily living, and recreation were made possible in a smooth and self-evident way.

Appointed as Gropius’s successor, the social ideals of the Bauhaus gained importance under Hannes Meyer’s direction from 1928 onwards: »Volksbedarf statt Luxusbedarf« (The needs of the people instead of the need for luxury). Meyer took the position that the Bauhaus had lost touch with its original concept to design »for the people« and fundamentally changed its teaching. As a Marxist and life reformer, Meyer set his focus on interdisciplinarity and collectivity. In his architecture lessons he conveyed the concept of building as a »fundamental process« which takes biological, intellectual, mental, and physical needs into account, thus enabling »life«. Through architecture, the needs of the individual and those of the community should be brought to a collective balance. The ADGB Bundesschule is an outstanding example of this holistic »Bauhaus thinking«.

Artists who base their work methods on the basic ideas and design vocabulary of the Bauhaus’s teachings are just as encouraged to apply as are artists who want to submit participative, theoretical, visionary, and/or critical statements and project ideas, in which they deal with relevance and topicality of the Bauhaus. A reference to the ADGB Bundesschule is preferable but not obligatory.