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Zora Janković

KONKRET
Skulptur und Fotografie

03. MÄRZ – 13. APRIL 2018
Eröffnung: Freitag, 02. MÄRZ 2018, 19 Uhr

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

"Was sich im öffentlichen Raum als brutalistische Baukunst identifizieren lässt, wird gemeinhin nur von einem Spezialisten-Grüppchen goutiert. Diese Genießer der langsam wieder in den Diskurs einfließenden klobigen architektonischen Zukunftsverheißungen haben uns immerhin die Augen geöffnet für die Spezifik jenes Stils und seine Verankerung in den Utopievorstellungen der Moderne.

Die geometrischen Körper von Zora Janković lassen uns eine sanfte Gewalt des Konstruktiven spüren, aber ansonsten fehlt ihnen der gigantische Klang. Wenn man also Vergleiche ziehen wollte zwischen dem Beton-Purismus der Brutalisten und den Skulpturen von Zora Janković, wäre Jankovićs Formauffassung zuallererst als Essenz eines lyrisch-flächigen Licht-Schatten-Stils zu unterstreichen. Und deren melancholische Sanftheit, die sich insbesondere in den Parallelspuren ihrer künstlerischen Grafik und Fotografie offenbart, ist von ganz anderer Temperatur als alles, was als brutalistisch bezeichnet werden könnte.

Ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass Janković ihre höchst verschiedenen Stofflichkeiten in Gestalt von Beton, Stahl, Papier und Licht zusammenführt, um die Diktatur des rechten Winkels gründlich zu desavouieren und zu erweichen. Entwickelt man einen Sensus für die so verstandene Eigenart ästhetischer Opposition stellt sich schnell ein fühlbares Vergnügen ein. Statt donnernder Paukenschläge komponiert Zora Janković ihre Skulpturen leichthändig, aber mit chirurgischer Präzision. Positiv- und Negativformen, zusätzlich farbig unterstrichen, ergeben in sich ruhende minimalistische Kubenformationen. Mal monolithisch wirkend, mal beschwingt wissen sie ihre als angenehm zu empfindende Raumpräsenz zu behaupten."

Christoph Tannert, Künstlerhaus Bethanien | Februar 2018

Zora Janković stammt aus der slowenischen Hauptstadt Ljubljana und lebt - nach mehrjährigem Aufenthalt in Italien - seit 2008 in Berlin. Sie studierte Fotografie, Design, Grafik und Bildhauerei in ihrer Geburtsstadt sowie in Rom, Venedig und Berlin. An der Kunsthochschule Weißensee erwarb sie 2015 ihr Diplom und im Jahr 2016 den Meisterschülerabschluss.

www.zorajankovic.com

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