HB-Keramik in der GALERIE BERNAU

Das „Atelier“ im Hof der Galerie lädt ein, die Schöpfkraft und Kreativität von Hedwig Bollhagen (HB) zu entdecken. Die Besucher finden eine umfassende Ausstellung der zeitlosen Bollhagen-Keramiken zu Manufakturpreisen.

Immer öfter werden Hedwig Bollhagens Arbeiten in Vitrinen ausgestellt, obwohl sie für Küchenschrank und Esstisch gemacht wurden. Es ist Gebrauchskeramik mit hohem ästhetischem Anspruch.

„Kunst? Ach ja, manche nennen es so, ich mache Teller, Tassen und Kannen“,
so Hedwig Bollhagen (1907-2001) über ihre Arbeit.

Mal klassische geometrische Ornamente, mal verspielte Blumen. Die Formenvielfalt und Farbvarianten sind vielfältig und frei miteinander kombinierbar. Das HB-Sortiment umfasst Speise-, Tee- und Kafeeservice — komplett von Kannen, Tellern, Tassen und Schüsseln bis zu Tabletts sowie Salz- und Pfefferstreuer — genauso wie die passenden Vasen, Kerzenhalter, Serviettenringe, HB-Ostereier und -Weihnachtsmänner.
Alle Stücke werden freihändig, vollkommen ohne Schablonen bemalt, sind also jeweils, wie es im Titel einer Godesberger Bollhagen-Ausstellung hieß, „Unikate in Serie“.

Vollendung des Einfachen

Auch mit 93 Jahren war Hedwig Bollhagen, noch bis zu ihrem Tod im Juni 2001, in ihren Werkstätten aktiv tätig. Begonnen hat alles in den zwanziger Jahren, als sie an der Harkortschen Steingutmanufaktur Velten-Vordamm mit Bauhausgestaltern wie Gerhard Marcks, Theodor Bogler und Charles Crodel zusammenarbeitete.

1934 gründete sie ihre eigenen Werkstätten in Marwitz, direkt bei Velten. Trotz Krieg und „Volkseigentümlichkeiten“ (von 1972 bis 1992 war sie Angestellte in den verstaatlichten Werkstätten) hat sie in diesen 67 Jahren eine Vielzahl von Formen und Dekoren geschaffen. „Alle tragen sie das Signum eines sicheren, künstlerischen Stilgefühls. Vom zeitlichen Geist und Ungeist unangekränkelt, weisen sie Hedwig Bollhagen als“ — wie es der Tagesspiegel formulierte — „eine letzte Repräsentantin des Widerstandes gegen Verhunzung, Brutalisierung und Verkitschung des alltäglichen Lebens aus.“

Hedwig Bollhagen bevorzugte weiße, undekorierte Fayencen, aber hoch gerühmt wird sie auch wegen „des für sie überaus typisch, abstrakten geometrischen Dekor“ (Bröhan-Museum).