Restwärme
KünstlerInnen-Gruppe Sela5

15. August bis 26. September 2015

 

„Was wohl aus uns geworden ist?
Wie konnten wir einfach so verschwinden? …
Geblieben ist mir nur dieses menschenleere Bild.“
(Haruki Murakami, aus: „Naokos Lächeln“)

 

Restwärme in der Galerie Bernau

In ihrer ersten gemeinsamen Ausstellung zeigen die Künstlerinnen und Künstler der Gruppe Sela5 Porträts, Stillleben und Landschaftsaufnahmen in sehr unterschiedlichen künstlerischen Sprachen. Sela5 ist ein gemeinschaftlicher Fotoblog, in dem sich Fotografen zusammengefunden haben, die alle eine leise, nicht spektakuläre Fotografie praktizieren, die beim Betrachter, ohne ihn anzuspringen, behutsam Wirkung erzielt. Im Vordergrund steht stets das Ausloten unterschiedlicher fotografischer Möglichkeiten und Positionen. Der vieldeutige Titel Restwärme ist Inspiration, Leitlinie und thematische Klammer — ein Rest an Wärme, ein Rest an Zeit.
So verschieden wie die Künstlerinnen und Künstler sind auch die Bilder — analog und digital, Farbe und Schwarzweiß, Plot und individuelle Drucktechniken —, die weder nach Größe noch nach Autoren „sortiert“ gehängt werden. Daher ergibt sich der Gesamteindruck der Ausstellung aus der Gesamtheit aller Bilder an der Wand – eine mehrstimmige Erzählung, die mehr ist als die Summe ihrer Teile.
Zur Ausstellungseröffnung am Freitag, den 14. August, um 19 Uhr lädt die Galerie Bernau herzlich ein. Einführende Worte spricht die Kunstautorin Ingeborg Ruthe und Die Planung gestaltet den musikalischen Rahmen.
Die Ausstellung ist bis zum 26. September dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr und samstags 10 bis 16 Uhr zu sehen.

Die Gruppe

Sela5 ist ein gemeinschaftlicher Fotoblog, in dem sich Fotografen zusammengefunden haben, die alle eine leise, nicht spektakuläre Fotografie praktizieren, die beim Betrachter, ohne ihn anzuspringen, auf behutsame und unspektakuläre Weise Wirkung erzielt.

Teilnehmer/innen (Herkunft, fotografische Technik)

Matthias Ring (Hamburg, digital, Farbe)
Ingrid Völlmeke (Hamburg, digital, Farbe)
Rainer Komers (Mülheim/R., analog/digital, Farbe)
Hiroko Inoue (Nara/Japan, analog, Farbe/s-w)
Joachim Froese (Brisbane/Australien, analog/digital, Farbe)
Micha Winkler (Berlin/Brandenburg, analog/digital, Farbe/s-w)
Karsten Hein (Berlin, digital, Farbe)
Jörg Möller (Berlin, analog, s-w)

Fotografen sind normalerweise Einzelkämpfer. Sela5  steht für  das Miteinander und den gegenseitigen Austausch sowie das Kooperieren in Projekten und wechselnden Konstellationen.

Das Thema „Restwärme“

Für die erste gemeinsame Ausstellung wählte Sela5 das Thema Restwärme als Inspiration, Leitlinie und thematische Klammer.
Ein Rest an Wärme, ein Rest an Zeit – dieses Thema ist so vieldeutig wie die unterschiedlichen Bild- und Muttersprachen der Beteiligten. Es impliziert die Suche nach Fragen:

Was ist geschehen?
Wie erinnern wir das Geschehene?  So, wie es war oder so, wie es uns das Gedächtnis erlaubt?
Was bleibt zurück?
Was ist eigentlich der Rest?

Die KünstlerInnen von Sela5 sehen als das große Thema der Fotografie die Zeit.

„... aber die Zeit, so fuhr er fort, ist ein unzulässiger Maßstab, ja, sie ist nichts als das Rumoren der Seele.“ (W.G. Sebald „Max Aurach“, in: „Die Ausgewanderten“)

In diesem Sinne versuchen die ausgestellten Bilder das „Rumoren der Seele“, die Reste des Biografischen, abzubilden. …Restwärme. Melancholie.

„… Es bedeutet, dass den Tod beobachten dasselbe ist, wie über das Leben nachzudenken.“ (Hiroko Inoue über ihre Arbeit  „Absence“)

Die Ausstellung

Zu sehen sind Porträts, Stillleben und Landschaftsaufnahmen in sehr unterschiedlichen künstlerischen Sprachen. Im Vordergrund steht das Ausloten unterschiedlicher fotografischer Möglichkeiten und Positionen.
Im ersten Raum, sozusagen einem Entree, stellt sich jeder Künstler und jede Künstlerin mit einem Bild in seiner oder ihrer individuellen Bild-Sprache vor. In den übrigen Räumen werden die Bilder weder nach Größe noch nach Autoren „sortiert“.
Die Bilder haben sehr unterschiedliche Formate und nutzen verschiedene Techniken, so wie sie auch in Sela5 zusammenkommen: Analog und digital, Farbe und Schwarzweiß, Plot und individuelle Drucktechniken.
Die Bilder sind so gehängt, dass sich ein Gesamteindruck, eine Gesamt-Stimmung ergibt.
Das Bild der Ausstellung ist die Gesamtheit aller Bilder an der Wand – eine mehrstimmige Erzählung.
Auf elektronischem Wege ist es möglich, sich einen Überblick über das Gesamtprojekt zu verschaffen. Dazu können in der Ausstellung über ein Notebook die einzelnen Homepages der Beteiligten und die Web-Seite von Sela5 besichtigt werden.